AKT 5: „Systemfehler oder Superkraft?“
- 1. Feb.
- 3 Min. Lesezeit

Von DanielNenning
Die Diagnose war kein Urteil. Sie war die Entschlüsselung meines Quellcodes.
Jahrelang dachte ich, mein Gehirn sei ein unordentliches Zimmer, in dem ständig jemand das Licht an- und ausschaltet. Diese sprunghafte Energie, die tiefe Melancholie des „grauen Filters“ (Akt 1) und dann wieder diese hyperfokussierte Leidenschaft, die ganze Nächte verschlingt. In der klassischen Arbeitswelt galt das als „unzuverlässig“ oder „schwierig“.
Doch dann kam die Erkenntnis: Ich bin kein defekter Standard-PC.
Ich laufe auf einem völlig anderen Betriebssystem.
Die neuro-diverse Betriebsprüfung
Gemeinsam mit Anna Marton habe ich dieses Gefühl auf die Bühne gebracht. Wir nennen es die „Neuro-diverse Betriebsprüfung“.
Dr. Dr. Nenning ist der „Symptom-Surfer“. Ich erzähle von der Exekutiven Dysfunktion – wenn man zwar ein globales SDG-Ecosystem planen kann (Akt 4), aber am Abwasch in der Küche scheitert.
Prof. Dr. Dr. Marton ist die „Architektin“. Sie liefert die wissenschaftliche Tiefe: Warum neurodivergente Menschen die „Feuerwehr der Innovation“ sind. Wir sind diejenigen, die den Rauch riechen, bevor das Feuer ausbricht, weil unsere Sensoren feiner eingestellt sind.
Vom Stigma zur Strategie
In der Show nutzen wir das „sensorische Labor“. Wir lassen das Publikum per App das Licht steuern, wir verteilen „Habmichliebwesten“ (Gewichtsdecken) und zeigen: Inklusion ist kein Charity-Projekt. Es ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Wenn Unternehmen lernen, ihre „Neuro-Spatzeln“ (ADHS trifft Autismus) richtig einzusetzen, entstehen Teams, die Probleme lösen, an denen sich Standard-Strukturen die Zähne ausbeißen. Mein eigenes Leben ist der Beweis:
Mein ADHS ist der Motor hinter meinen Ideen für das österreichische Startup Netzwerk.
Meine Hyperfokussierung ist das Fundament für die 18-seitigen Hochleistungs-Manifeste (Akt 3).
Meine Vielseitigkeit ist der Klebstoff, der Sales, Tech und Urbanismus verbindet.
Das Neuro-Support-Paket
Wir haben aufgehört, nur darüber zu reden. Wir bauen Tools. Die Funktion „Safe Sync“ in meiner Sales-App (Akt 6) ist genau hier verwurzelt: Sie schüttet Dopamin-Belohnungen für jene Aufgaben aus, die ein neurotypisches Gehirn „einfach so“ macht, die uns aber Kraft kosten.
Ich bin nicht „trotz“ meines Gehirns erfolgreich. Ich bin es „wegen“ ihm.
Reality-Check-Box:
Wo versuchst du noch, eine runde Form in ein eckiges Loch zu pressen? Welcher Teil deines Verhaltens, den du bisher als „Fehler“ gelabelt hast, könnte in der richtigen Umgebung deine größte Superkraft sein?
Der finale Akt: Akt 6. „Sales for Future – Der Kreis schließt sich“. Wie all diese Erfahrungen – vom Landbua bis zum Neuro-Surfer – in eine Technologie fließen, die die Welt verändert.
Daniel Nenning: Der Symptom-Surfer & Quellcode-Hacker
Neurodivergenz als Betriebssystem der Zukunft.
Daniel Nenning ist kein Patient. Er ist ein Reallabor auf zwei Beinen. Lange Zeit war sein Leben ein unordentliches Zimmer, in dem das Licht im Takt einer bipolaren Störung flackerte – zwischen dem „grauen Filter“ tiefer Melancholie und der hyperfokussierten Lichtgeschwindigkeit von ADHS.
Heute weiß er: Die Diagnose war kein Urteil. Sie war die Entschlüsselung seines Quellcodes.
Daniel geht mutig in die Öffentlichkeit, um das Narrativ zu stürzen. Er ist der lebende Beweis dafür, dass Neurodivergenz kein „Defekt“ ist, sondern die Feuerwehr der Innovation. Er ist ein Macher, der am Küchenabwasch scheitern kann, aber gleichzeitig globale Ökosysteme (SDG-X) entwirft und 18-seitige Hochleistungs-Manifeste aus dem Äther stampft.
Der Botschafter des Spektrums: Mit der „Neuro-diversen Betriebsprüfung“ bringt er die neuronale Vielfalt auf die Bühne. Er zeigt, dass Menschen im Spektrum nicht bloß toleriert, sondern wie das „täglich Brot“ gefeiert werden müssen – als vitaler, genialer Bestandteil unserer Mitte.
Vom Stigma zur Strategie: Er nutzt seine sprunghafte Energie als Motor für das Startup Network Austria und verwandelt exekutive Dysfunktion in technologische Lösungen. Sein Fokus liegt darauf, die Hardware der Arbeitswelt so zu hacken, dass „Neuro-Spatzeln“ ihr volles Potenzial entfalten können.
Der Architekt der Inklusion: Daniel baut Tools wie „Safe Sync“, um dopaminerge Belohnungslücken zu schließen. Er ist erfolgreich – nicht trotz, sondern wegen seiner besonderen Verdrahtung.
Daniel ist ein Vorbild für eine neue Ära. Er fordert uns auf, aufzuhören, runde Formen in eckige Löcher zu pressen. Er ist der Kurator eines Lebensstils, der Neurodiversität nicht als Charity-Projekt versteht, sondern als die ultimative Geheimwaffe für eine Welt, die neue Lösungen dringender braucht als je zuvor.



