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Blue Smoke

AKT 1: „Am Land nennt man das nicht Depression“

  • 1. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Von Daniel Nenning


„Passt scho.“

Das sind die zwei gefährlichsten Wörter meiner Kindheit. Drei Sätze reichten bei uns für alles – von der Geburt bis zum Burnout. Wenn du am Land aufwächst, in dieser idyllischen Kulisse aus Hügeln, Traktoren und harter Arbeit, dann gibt es ein ungeschriebenes Gesetz:

Funktionieren steht über Fühlen.


Man nannte mich den „braven Bua“. Das klingt nach einem Kompliment, oder? In Wahrheit war es der Titel für mein Überleben im Stillmodus. Während andere Kinder laut waren, habe ich beobachtet. Ich habe gelernt, die emotionalen Schwingungen im Raum zu lesen, bevor das erste Wort gesprochen wurde.


Der Traktor und das Nervensystem

In meiner Welt wurde Schmerz weggearbeitet. Hast du Sorgen? Geh Holz hacken. Bist du traurig? Der Traktor wartet nicht. Wir haben gelernt, unsere Innenwelt wie einen alten Motor zu behandeln: Solange er läuft, wird nicht reingeschaut. Aber was, wenn der Motor klopft? Was, wenn der graue Filter sich über alles legt, bis selbst der schönste Sonntag sich wie eine Last anfühlt?


Am Land nennt man das nicht Depression. Man nennt es: „Der Bua ist halt ein bisserl ruhig.“

Ich erinnere mich an diese Sonntage. Das Familienessen. Die emotionale Dämpfung. Alle sitzen am Tisch, aber die wichtigen Dinge bleiben unter dem Tischtuch. Ich saß dort und fühlte mich wie ein Defekt im System. Als hätte jeder andere eine Bedienungsanleitung für das Leben bekommen, nur ich habe eine Schachtel voller loser Schrauben erhalten.


Das Einhorn im Nebel

Inmitten dieser „Passt scho“-Mentalität gab es einen Moment der Rebellion. Er war klein, fast lächerlich. Ein Bild von einem Einhorn. In einer Welt aus Beton, Holz und Schweiß war das Einhorn die Antithese. Es war das Symbol für das Unmögliche, für das Bunte, für das, was nicht in die Norm passt.

Es war mein erster Kontakt mit dem, was ich heute den „Visionenraben“ nenne. Diese innere Stimme, die leise flüstert:

„Das hier ist nicht alles. Deine Sensibilität ist kein Bug. Sie ist dein Betriebssystem.“


Warum ich das erzähle?

Heute baue ich globale Blueprints, entwickle AI-gestützte Sales-Plattformen und gestalte Stadtteile. Aber das Fundament von allem ist dieser Junge vom Land.

  • Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man keine Worte für seinen Schmerz hat, baue ich heute „The Endgegner Universe“.

  • Weil ich weiß, wie Isolation isoliert, kenne ich den „Code der Gemeinschaft“.

  • Weil ich weiß, dass wir „Hardware“ (unser Gehirn) haben, die manchmal ein spezielles Update braucht, mache ich die „Neuro-diverse Betriebsprüfung“.


Ich bin nicht trotz meiner Narben hier, sondern wegen ihnen.


Reality-Check-Box:

Wann hast du das letzte Mal „Passt scho“ gesagt, obwohl innerlich alles geschrien hat?

Welcher Teil von dir versteckt sich noch hinter dem „braven Kind“ von damals?


Bleib dran. Im nächsten Akt erzähle ich dir, wie dieser brave Bua mitten in den Ibiza-Skandal stolperte und lernte, dass man mit einem Einhorn-Sticker eine ganze Universität verändern kann.



Über Daniel Nenning: Der Architekt zwischen den Welten


Manchmal muss man lernen, einen Traktormotor zu zerlegen, bevor man versteht, wie man eine Seele repariert. Daniel Nenning ist kein klassischer Founder. Er ist ein System-Hacker mit bäuerlichen Wurzeln.

Aufgewachsen in der Stille des ländlichen Raums, wo Gefühle oft hinter harter Arbeit versteckt wurden, entwickelte er eine außergewöhnliche Fähigkeit: Er liest die „Hardware“ von Systemen – egal ob es sich um komplexe KI-Plattformen, städtebauliche Blueprints oder das menschliche Nervensystem handelt.


Warum er tut, was er tut

Daniel hat den „Code des Schweigens“ am eigenen Leib erfahren. Heute nutzt er diese Narben als Bauplan. Er ist der Überzeugung, dass Neurodiversität kein Fehler im System ist, sondern das nächste notwendige Update für unsere Gesellschaft.

  • Der Visionär: Er baut mit The Endgegner Universe Räume für das Unausgesprochene.

  • Der Stratege: Er entwickelt KI-gestützte Sales-Plattformen, die nicht nur skalieren, sondern den Menschen am anderen Ende der Leitung wirklich sehen.

  • Der Rebell: Seit dem Moment mit dem Einhorn-Sticker weiß er: Die lautesten Veränderungen beginnen oft im Stillen.


Sein Credo

Daniel glaubt nicht an „Passt scho“. Er glaubt an radikale Authentizität und die Macht der Gemeinschaft. Er ist hier, um die Betriebssysteme der alten Welt zu prüfen und neue, menschlichere Versionen zu installieren.

„Ich bin nicht hier, um in deine Norm zu passen. Ich bin hier, um die Norm so weit zu dehnen, bis jeder Platz darin findet – vor allem die, die sich bisher wie eine Schachtel loser Schrauben fühlten.“

Daniel in Zahlen & Fakten:

  • Wurzeln: Tief im Land, den Blick in den Wolken.

  • Werkzeuge: KI, Empathie, Daten und eine Prise Rebellion.

  • Mission: Den 'inneren Raben' in jedem von uns zu wecken.

 
 
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