top of page
Blue Smoke

Der Tag, an dem ich fast zerbrach (und warum Cäsar mir geholfen hat, wieder aufzustehen)

  • 14. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Von Daniel Nenning Lesezeit: 4 Minuten


Vor zwei Tagen saß ich da und nichts ging mehr.

Es war dieser Moment, vor dem wir alle Angst haben, aber über den kaum jemand spricht. Ein mentaler Breakdown. Es war dunkel, es war schwer, und es tat weh. Der Auslöser? Eine brutale Mischung aus Realität und Angst: Der finanzielle Erfolg, für den ich so hart arbeite, lässt auf sich warten. Die Unterstützung meiner Bank, auf die ich gebaut hatte? Abgelehnt. Und in diesem Vakuum klopfte plötzlich eine alte Bekannte an die Tür: die Depression.

Sie flüsterte mir zu: „Siehst du, Daniel? Es reicht nicht. Du bist nicht weit genug. Vielleicht solltest du es einfach lassen.“


Der Wind blies mir an diesem Tag nicht nur ins Gesicht – er fühlte sich an wie ein Orkan, der mich umwerfen wollte. Und um ehrlich zu sein: Er hat mich kurz in die Knie gezwungen.

Aber er hat mich nicht umgeworfen.


Der Blick in den Spiegel der Geschichte

In diesem Moment der Dunkelheit erinnerte ich mich an eine Geschichte. Sie handelt von einem Mann, der vor über 2000 Jahren in Spanien im Staub stand und genau dasselbe fühlte wie ich vor zwei Tagen.

Der Mann war Julius Cäsar. Er war damals Anfang 30, verschuldet, ein „Niemand“ in der Provinzverwaltung. Er stand vor einer Statue von Alexander dem Großen und brach in Tränen aus.

Warum? Weil er realisierte, dass Alexander in seinem Alter bereits die Welt erobert hatte.

Für diesen Blogpost habe ich mir Cäsars Gedanken in ein passendes, rekonstruiertes Zitat fassen lassen, das seine Verzweiflung auf den Punkt bringt:

„Hac aetate ille orbem subegit, ego nihil.“ („In diesem Alter hat er die Welt unterworfen, ich nichts.“)

Obwohl dieses Zitat eine moderne Nachempfindung der historischen Anekdote ist, ist der Schmerz darin absolut real. Es ist der Schmerz der Diskrepanz. Der Abstand zwischen dem, wo du bist, und dem, wo du sein willst.

Cäsar hatte seine „Midlife-Crisis“, weil er dachte, er hätte versagt. Er sah nur das Nichts („nihil“), wo Alexander die Welt („orbem“) hatte.


Warum ein Breakdown nicht das Ende ist

Ich lag also vor zwei Tagen am Boden, genau wie Cäsar vor dieser Statue. Aber dann wurde mir etwas klar:

Cäsars Geschichte endete nicht dort. Seine Tränen waren nicht der Abspann, sie waren das Intro. Seine größten Siege, sein Aufstieg, all das kam nach dem Zusammenbruch. Er nutzte den Schmerz nicht als Ausrede zum Aufgeben, sondern als Treibstoff.

Und genau das habe ich auch entschieden.

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die aufgeben, wenn es schwer wird. Ich weiß, dass die meisten Menschen genau an diesem Punkt einknicken. Die Statistik sagt: Die meisten geben kurz davor auf, ihr Ziel zu erreichen. Sie drehen drei Meter vor dem Gold um, weil der Stein zu hart wird.

Ich nicht.


Scheitern ist eine aktive Entscheidung


Ich habe gelernt: Ein Breakdown ist kein Untergang. Tränen sind kein Beweis für Schwäche, sondern ein Beweis dafür, wie sehr dir dein Ziel am Herzen liegt.

Wahres Scheitern (Failure) ist nichts, was dir passiert. Es ist eine aktive Entscheidung. Du scheiterst erst in dem Moment, in dem du liegen bleibst.

  • Wenn die Bank „Nein“ sagt, suche ich einen anderen Weg.

  • Wenn der finanzielle Erfolg auf sich warten lässt, arbeite ich härter und klüger.

  • Wenn der Wind mir ins Gesicht peitscht, ziehe ich den Kragen hoch und lehne mich dagegen.

Ich weigere mich aufzugeben. Ich kann und werde NIE aufgeben. Nicht für mich. Nicht für meine Vision. Nicht für alles, was ich mir vorgenommen habe.


An alle, die gerade kämpfen


Vielleicht liest du das hier und fühlst dich, als würdest du im Sturm stehen. Vielleicht hast du das Gefühl, du hinkst hinterher, genau wie Cäsar.

Hör mir zu: Es ist voll okay, nicht dort zu sein, wo du sein willst. Es ist okay, zu zweifeln. Es ist sogar okay, mal zusammenzubrechen. Aber es ist verdammt nochmal nicht okay, dort liegenzubleiben.

Cäsar wurde erst nach seinen Tränen zu Cäsar. Und du? Deine Geschichte wird gerade erst spannend.

Steh auf. Wisch dir den Staub (und die Tränen) ab. Und geh weiter. Der Wind ist nur deshalb so stark, weil du dich schnell in die richtige Richtung bewegst.


Hast du auch schon mal kurz vor dem Ziel gezweifelt?

Wie gehst du mit Rückschlägen um? Lass es mich wissen –

wir kämpfen alle, aber keiner muss es alleine tun.

 
 
bottom of page