Heimat bist du großer Auswanderer – Warum dieses Land seine Kinder frisst.
- 15. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

von Daniel Nenning
„Land der Berge, Land am Strome...“ Sparen wir uns den Rest. Wenn wir ehrlich sind, müsste die Bundeshymne 2026 umgetextet werden. „Heimat bist du großer Auswanderer, Volk begnadet für das Mittelmaß.“
Österreich hat ein Talentproblem. Nein, falsch. Wir haben Talente. Wir haben Genies. Wir haben Disruptoren. Aber wir behandeln sie wie Aussätzige, bis sie es wagen, über die Grenze zu gehen. Sobald sie in Amerika, England oder Deutschland Erfolg haben, reißt Österreich die Arme auf und schreit: „Wir haben es ja immer gewusst! Einer von uns!“
Die Lüge der Gemütlichkeit Das größte Verbrechen an der österreichischen Zukunft lässt sich in drei Dialektsätzen zusammenfassen, die jedes Innovationsmeeting in Wien, Linz oder Graz beenden, bevor es angefangen hat:
„Des hauma nu nia so gmocht.“ (Die totale Verweigerung).
„Des faung ma uns glei gor net au.“ (Die präventive Faulheit).
„Schau ma moi.“ (Der langsame Tod der Ambition).
Diese Haltung ist kein charmanter Kulturgut, sie ist pures Gift. Sie ist der Grund, warum der junge Arnold Schwarzenegger fliehen musste. Stellt euch vor, der Arnie wäre in Graz geblieben. Er wäre heute kein Terminator und kein Ex-Gouverneur. Er wäre vielleicht ein frustrierter Fitnessstudio-Besitzer, dem das Magistrat vorschreibt, wie laut die Hanteln klirren dürfen. Österreich ist zu klein für große Träume. Nicht geographisch, sondern mental.
Die Toten werden geliebt, die Lebenden vertrieben Österreich liebt seine Genies – solange sie tot sind oder auf Netflix Preise gewinnen. Sigmund Freud? Den haben wir so lange drangsaliert, bis er vor den Nazis fliehen musste, um nicht im KZ zu enden. Heute drucken wir sein Gesicht auf Tassen. Christoph Waltz? Jahrelang in deutschen Krimis versauert. Österreich sah in ihm den netten Nebendarsteller. Hollywood sah den Oscar-Gewinner. Er musste gehen, um gesehen zu werden. Hedy Lamarr? Als „schönste Frau der Welt“ gefeiert, aber ihr genialer Geist (Frequenzsprungverfahren, die Basis für WLAN/Bluetooth) wurde hier belächelt. Sie musste nach Hollywood, um mehr zu sein als nur Deko.
Wo ist deine Zukunft, Österreich? Wir ruhen uns auf den Lorbeeren einer längst vergangenen Monarchie aus. Wir verwalten das Erbe von Mozart und Sisi und verkaufen es an Touristen. Aber wo sind die neuen Denker? Wo sind die Tech-Giganten aus dem Alpenvorland?
Wir sind zu einem mentalen Zwergstaat verkommen. Einem Land, das Innovation mit Skepsis begegnet und Leistungsträger mit Neid bestraft. Wenn heute ein junger „Daniel Nenning“, ein neuer Schrödinger oder eine neue Elfriede Jelinek aufsteht und sagt: „Ich will die Welt verändern“, dann antwortet Österreich: „Setz di nieder, trink an Wein und gib a Ruh.“
Das Fazit Heimat, wo ist dein Stolz? Er liegt am Flughafen Wien-Schwechat, Terminal 3, Abflug. Wenn wir nicht aufhören, Ambition als Arroganz misszuverstehen, wird Österreichs einziger Exportartikel bald nur noch die Vergangenheit sein.
🔥 Die provokante Frage an mein Netzwerk:
Wo sind die nächsten Disruptoren? Wo sind die österreichischen Unicorns?
Oder sitzen die alle schon im Flieger nach San Francisco, London oder Berlin, weil sie den Satz „Des geht ned“ nicht mehr hören können?
Es ist Zeit, dass wir aufhören, Talente zu exportieren und anfangen, Ambition wertzuschätzen, solange sie noch hier ist.



