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Blue Smoke

Requiem auf die Größe: Österreich, wach endlich auf oder geh unter!

  • 19. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Von Daniel Nenning


Ich sitze hier, schaue aus dem Fenster auf dieses Postkarten-Idyll und ich könnte kotzen. Nicht wegen der Berge, nicht wegen der Seen. Ich könnte kotzen wegen dem, was wir aus diesem Land gemacht haben. Oder besser gesagt: Was wir zugelassen haben, dass aus uns wird.


Wir waren einmal ein Weltreich. Nicht nur geografisch, sondern im Geiste.

Wir waren das Epizentrum der Psychologie, der Musik, der Literatur, der harten Wissenschaft.

Wir waren die Heimat der großen Köpfe, der radikalen Denker, der Grenzgänger.

Und heute?

Heute sind wir das Land der bequemen Mittelmäßigkeit.


Das Trauerspiel der „Schau ma moi“-Mentalität

„Schau ma moi“ – dieser Satz ist der Sargnagel unserer Innovation. Es ist die höfliche Umschreibung für: „Ich habe keine Eier, eine Entscheidung zu treffen.“ Wir haben uns in einer Gemütlichkeit eingerichtet, die nach Stillstand stinkt. Wir sind ein Land der Grantler geworden, die im Wirtshaus über die Welt schimpfen, aber beim kleinsten Anzeichen von Veränderung panisch unter den Stammtisch kriechen.


Wir kultivieren das Klein-Klein. Wir streiten über Parkplätze und Förderanträge, während der Rest der Welt die Zukunft baut. Wir sind feige geworden. Feige vor dem Risiko, feige vor der Größe, feige vor der eigenen Courage.


Vom Land der Denker zum Land der Opfer

Wo sind sie geblieben, die großen Kinder dieses Landes? Wo ist der Geist eines Freud, eines Wittgenstein, eines Klimt oder eines Rilke? Was haben wir mit diesem Erbe gemacht? Wir haben es in Mozartkugeln eingewickelt und an Touristen verkauft, während wir selbst geistig verfettet sind.

Wir haben uns in der Opferrolle perfektioniert. Es sind immer „die anderen“ schuld: die EU, die Politik, das Wetter, der Nachbar. Diese ewige Weinerlichkeit ist peinlich. Ein Land, das einst den Kontinent geprägt hat, ist zu einer unbedeutenden Randnotiz geschrumpft, die sich nur noch über das „Dagegensein“ definiert.


  • Einst: Visionär und verbindend.

  • Heute: Kleingeistig und isoliert.

  • Einst: Mut zum Abgrund und zur Höhe.

  • Heute: Die Angst, dass der Nachbar sehen könnte, dass man den Kopf aus der Masse streckt.


Österreich, was wird aus dir?

Niemand schaut mehr auf zu uns. Wir sind nicht mehr das Vorbild; wir sind die, die man freundlich belächelt, während man uns links und rechts überholt. Es ist ein Trauerspiel. Wenn wir so weitermachen, wird Österreich zu einem Freilichtmuseum für die Fehler der Vergangenheit.

Wo liegt deine Zukunft? Sicher nicht im Verwalten des Mangels. Sicher nicht im Granteln über den Fortschritt. Die Zukunft liegt in der radikalen Rückbesinnung auf das, was uns einmal groß gemacht hat: Der Wille zur Exzellenz.

Wir brauchen keine neuen Subventionen. Wir brauchen einen Arschtritt. Wir müssen aufhören, Mittelmäßigkeit als „österreichische Lösung“ zu verkaufen. Wir müssen wieder lernen, groß zu denken, hart zu arbeiten und vor allem: Verantwortung zu übernehmen, statt nach dem Staat zu plärren.


Mein Appell an die Verbliebenen

An alle, die noch einen Funken Vision in sich tragen: Hört auf, euch anzupassen. Hört auf, klein beizugeben, weil es „bequemer“ ist. Dieses Land braucht keine weiteren Verwalter des Untergangs. Es braucht Rebellen. Es braucht Menschen, die das „Schau ma moi“ durch ein „Jetzt erst recht“ ersetzen.

Österreich, du warst Heimat großer Söhne und Töchter. Sei es verdammt noch mal wieder. Oder hab wenigstens den Anstand, leise zu verschwinden, statt uns mit deiner Peinlichkeit weiter zu langweilen.


Über den Autor: Daniel Nenning


Daniel Nenning ist kein Beobachter. Er ist ein Akteur.

In einer Zeit, in der sich viele hinter Floskeln und dem österreichischen „Schau ma moi“ verstecken, wählt Nenning den unbequemen Weg: Die radikale Ehrlichkeit. Als Unternehmer und Vordenker kennt er die Schützengräben der Bürokratie, die Lähmung durch das Klein-Klein und das brachliegende Potenzial, das in diesem Land schlummert.

Er schreibt nicht aus Verbitterung, sondern aus einer tiefen, fast schmerzhaften Verbundenheit zu seiner Heimat. Für Nenning ist Österreich kein Museum, das es zu verwalten gilt, sondern ein Kraftwerk, das endlich wieder ans Netz muss. Seine Sprache ist roh, seine Vision ist groß und sein Ziel ist klar: Den mentalen Stillstand zu brechen.

Daniel Nenning steht für die Rückkehr der Macher-Mentalität. Er ist die Stimme derer, die sich nicht mit dem Mittelmaß zufriedengeben und die fest daran glauben, dass alte Größe nicht in der Vergangenheit liegt, sondern in der Entscheidung, heute mutig zu sein.

„Ich bin hier, um den Finger in die Wunde zu legen – nicht um sie zu heilen, sondern um uns daran zu erinnern, dass wir noch fühlen. Wer sich nicht bewegt, hat schon verloren.“

 
 
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